Eurokrise: Katalonien bereit zur Abspaltung von Spanien


(C) Leo Gonzales, 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Im Zuge der Eurokrise gab es schon die vielfältigsten Irritationen in Spanien. Nun scheint sich eine dieser Irritationen verfestigen zu wollen. Es geht um die spanische Region Katalonien. Nach einem Bericht von DWN steigen die Chancen auf eine Abstimmung Kataloniens, um eine Unabhängigkeit von Spanien zu erreichen.

Zuletzt lehnte die spanische Regierung in Madrid einen Hilfsantrag der Region Katalonien ab, bei dem es um eine Bitte ging, mehr Geld für die Region „locker zu machen“. Der Präsident Kataloniens erneuerte nun seine Forderungen nach einem Referendum. Dieser "spezielle Wunsch" Kataloniens kommt zu einem Zeitpunkt, der unpassender nicht sein könnte.

Spanien pfeift sowieso schon aus dem letzten Loch. Eine Abkapselung Kataloniens würde eine Katastrophe für das Eurokrisenland Spanien bedeuten. Nachdem der Hilfsgeldantrag für Katalonien abgelehnt worden war, steigt die Wahrscheinlichkeit an, dass mit einem Referendum die Loslösung von Spanien umgesetzt werden könnte.

In diesem Zusammenhang sagte der katalonische Präsident Artur Mas: "Die Stunde ist gekommen, unser Recht auf Selbstbestimmung auszuüben". Ein solches Referendum, zur Loslösung Kataloniens von Spanien, könnte bereits im November oder Dezember 2012 stattfinden. Das Referendum würde damit zwei Jahre früher als geplant Spanien vor ein massives verfassungsrechtliches Problem stellen.

Zuletzt hatte die spanische Regierung in Madrid ein tiefgreifendes Sparprogramm verabschiedet, welches einen Gesamtumfang von etwa 40 Milliarden Euro hat. Bei einer Verschärfung der Krise könnten durchaus noch weitere Sparmaßnahmen "vor der Tür stehen". Würde die Region Katalonien eine Loslösung von Spanien vollziehen können, würde Spanien eine Wirtschaftsleistung von rund 20 Prozent entzogen werden.

Quelle: DWN - Bild: flickr (symbolisch)

  
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