Spanien: Proteste weiten sich massiv aus, Spanier protestieren gegen Sparmaßnahmen


(C) Popicinio, 2012, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Die Proteste gegen die drakonischen Sparmaßnahmen der spanischen Regierung erreichen einen neuen „Höhenlevel“. Nach Medienberichten sollen tausende Spanier "zum Marsch auf das Parlament" geblasen haben. Nach den Ankündigungen, dass "das Parlament erstürmt werden soll", wurde dieses durch Sicherheitskräfte der Regierung regelrecht abgeschottet.

Bereits in Griechenland konnte man in der Vergangenheit sehen, dass ein massives Polizei-/Militäraufgebot aufgefahren wurde, als es darum ging, neue Sparbeschlüsse, welche durch die sog. Troika (EU, IWF, EZB) aufoktroyiert wurden, umzusetzen. Bereits am Vormittag war das Polizeiaufgebot enorm. Etwa 1500 Spezialkräfte waren im Einsatz, wie aus spanischen Medien hervorgeht.

Grund war nicht nur die Zerschlagung der Demonstration an sich, sondern gleichermaßen auch, die Sicherung des Kongressgebäudes. Zuvor hatten verschiedene spanische NGOs dazu aufgerufen, dass ein friedlicher Protestmarsch auf das spanische Parlament in Madrid durchgeführt werden soll. Mit diesem Protest sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass man seitens der spanischen Bevölkerung nicht akzeptieren werde, dass die spanische Regierung einen derart harten Sparkurs über das Volk legen will.

Von verschiedenen Seiten in Spanien verglich man das Umstellen des Parlamentsgebäudes damit, als im Jahr 1981 durch die Guardia-Civil die Regierung vor einem Staatsputsch bewahrt werden sollte. Bereits Mitte September waren hunderttausende Spanier auf die Straße gegangen, um gegen die neuen Sparbeschlüsse zu protestieren. Seitens der Regierung verfolgt man diese Entwicklungen mit Sorge.

Bei „Focus“ heißt es dazu, dass "die Nerven der Regierung blank liegen". Dabei werden nicht nur diese neuen Sparmaßnahmen an der spanischen Bevölkerung zehren. Auch die wirtschaftliche und finanzielle Situation in Spanien, wird das soziale Gefüge weitere marodieren lassen. Auch die allgemeine Verarmung der spanischen Bevölkerung nimmt weiter zu. Dazu gesellt sich eine unermüdlich ansteigende Zahl Erwerbsloser.

Bis Ende Juli 2012 stieg die Zahl der Erwerbslosen auf rund 5,6 Millionen an, dies entspricht etwa 25 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung in Spanien. Speziell bei den jungen Spaniern ist diese Arbeitslosenquote noch drastischer. Diese liegt um mehr als doppelt so hoch. Bei etwa 1,7 Millionen spanischen Haushalten hat keines der Familienmitglieder eine Arbeit. Durch das Abwürgen der spanischen Wirtschaft und weiteren Sparmaßnahmen, wird sich diese Situation weiter verschärfen, als dass diese besser werden wird.

Quelle: Welt - Bild: flickr ("Proteste in Spanien, Polizei greift massiv durch")

  
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