Nach Mohammed-Video: Iran schränkt Zugriff zum Internet ein


(C) openDemocracy, 2008, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Nachdem das umstrittene Mohammed-Video in der islamischen Welt für einige Irritationen gesorgt hatte, will der Iran nun den Zugriff auf das Video einschränken. Nach offiziellen Angaben werde man wegen der weltweiten Proteste gegen das islamfeindliche Video eine Einschränkung des Internets durchführen. Am Montag wurde durch iranische Behörden beispielsweise der Zugang zum Email-Dienst von Google blockiert.

Aus der Nachrichtenagentur "Mehr" ging hervor, dass dies die Reaktion auf das islamfeindliche Video sei. Ebenfalls betonte man hier, dass die Sperrung des Mail-Dienstes von Google auf Wunsch der iranischen Bürger erfolgt sei. Viele Menschen in der islamischen Welt wurden durch das Video verärgert, nachdem dieses bei der Videoplattform YouTube im Juli hochgeladen worden ist. Durch die Sperrung ist es nun vielen Iranern nicht mehr möglich, dass diese sich bei dem us-amerikanischen sozialen Netzwerk Facebook anmelden können.

Vor dem offiziellen Besuch bei der UN-Vollversammlung meldete sich auch der iranische Präsident zu Wort. Dieser sieht in dem Video eine Beleidigung des Islams und verurteilte das Video, gleichermaßen aber auch die daraus entstandenen gewaltsamen Proteste. Gegenüber dem US-Sender CNN sagte Mahmud Ahmadinedschad, "Ebenso verurteilen wir jede Form von Extremismus". Nach gewaltsamen Protesten in Pakistan, die durch dieses Anti-Mohammed-Video und französische Karikaturen angestachelt wurden, kamen zuletzt 23 Menschen ums Leben.

Neben der Sperrung von Google-Diensten hatte der Iran zuletzt auch angekündigt, dass ein Boykott der Oscar-Verleihung in Betracht gezogen wird. In diesem Zusammenhang sagten Regierungsvertreter, dass man die Verleihung der diesjährigen Oscars boykottieren wird, wenn die Filmakademie in Los Angeles das Mohammed-Video nicht öffentlich verurteilt. Neben den gewalttätigen Ausschreitungen in Pakistan, blieb es in vielen westlichen Ländern bei den Protesten eher ruhig und friedlich.

Quelle: Zeit - Bild: flickr (symbolisch)

  
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