Sozialkommissar der EU meint dass Deutschland an der Krise mit schuld sei


(C) waldopics, 2005, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Die Schuld der Deutschen. Diesen Satz kann man sicherlich in vielerlei Hinsicht deuten. Inmitten der Eurokrise wollen z.B. verschiedene griechische "Kreise" nun wieder die Nazi-Keule auspacken und Reparationen (zweiter Weltkrieg) von Deutschland verlangen. Diesbezüglich ist aktuell eine "Arbeitsgruppe" in den Archiven Athens unterwegs, um dort nach Erkenntnissen zu graben, ob evtl. noch "einige Milliarden von den Deutschen als Reparationen" abverlangt werden können. Doch die Schuld der Deutschen hat viele Gesichter.

Ein weiteres kommt nun aus Brüssel und betrifft die Eurokrise. Der ungarische EU-Sozialkommissar Laszlo Andor hatte zuletzt eine Lohnzurückhaltung der Deutschen kritisiert. Durch diese praktizierte Politik kam es in Europa zu Ungleichgewichten, da die Deutschen eine Art Niedriglohninsel fabrizierten. Durch diese künstlich niedrig gehaltenen Löhne, soll Deutschland an sich einen Hauptanteil dazu beigetragen haben, dass die Euro-Krise weiter befeuert wurde.

In einem Interview mit der FAZ forderte der EU-Sozialkommissar Laszlo Andor nun, dass Deutschland von den niedrigen Löhnen abrücken und höhere Mindestlöhne einführen muss. Dies sei, so Andor, für eine Überwindung der Euro-Krise "unabdingbar". Weiterhin betitelte EU-Sozialkommissar Laszlo Andor die Wirtschaftspolitik der deutschen Bundesregierung als "merkantilistisch".

Durch die Lohnrückhaltung seien enorme Ungleichgewichte in der EU aufgetreten, nur damit Deutschland selbst für gut zwei Jahre "wettbewerbsfähiger sei". Dies hätte nun aber Folgen für die anderen Staaten in der EU. Deshalb müsse jetzt durch etablierte Mindestlöhne in allen Bereichen und ein Abbau der Ungleichgewichte ein Ausgleich in der EU geschaffen werden, so Laszlo Andor.

Quelle: Welt - Bild: flickr (symbolisch für "EU")

  
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