Skandal in Georgien: Folter in Gefängnissen erhöht Druck auf Saakaschwili


(C) Steve Conover, 2007, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Was kann man in einem Wahlkampf am wenigsten gebrauchen, möchte man erneut zum Staatschef gewählt werden? Richtig, einen Skandal! Einen solchen gibt es nun in Georgien. Aus Medienberichten ist zu entnehmen, dass ein Folterskandal in georgischen Gefängnissen das Land wenige Tage vor der Wahl erschüttert. Hierbei sollen Gefängniswärter bei gefangenen Personen abscheuliche Dinge praktiziert haben. Unter anderem wurden diese mit Schlägen misshandelt oder es spielten sich auch Szenen wie aus einem Horrorfilm ab, bei denen „höhere Folter“ praktiziert worden ist.

Demnach sollen Gefängniswärter Gefangenen Gegenstände in den After eingeführt haben. Diese perversen Spielchen hielt man zudem auf Video fest, um sich später an der eigenen Perversität ergötzen zu können. In der georgischen Bevölkerung kommt dieser Skandal ganz und gar nicht gut an. In Massen trieb es die Georgier auf die Straßen, um gegen diese menschenrechtsverletzenden Umstände zu protestieren. Überraschend war hierbei, dass sogar eher staatstreue Fernsehanstalten des Landes kritisch über diesen Folterskandal berichteten.

Die Regierung von Präsident Michail Saakaschwili kommt nun erheblich unter Druck und das zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. In nur wenigen Tagen findet der offizielle Urnengang der Georgier statt. Ob Michail Saakaschwili ein weiteres Mal den Posten des Präsidenten einnehmen wird, wagen immer mehr Beobachter, durch diesen erneuten Skandal, zu bezweifeln. Einen starken Konkurrenten hat Saakaschwili bereits. Hierbei handelt es sich um einen milliardenschweren Oligarchen, der auf den Namen Bidsina Iwanischwili hört.

Noch einige aktuelle Hintergrundinformationen zur Person Bidsina Iwanischwili, die allgemeinen Informationen können Sie unter dem Quellenlink "Bidsina Iwanischwili" bei Wikipedia nachlesen.

Zuletzt [2012] schätzte das Forbes Magazin das Vermögen von Bidsina Iwanischwili auf etwa 6,4 Milliarden US-Dollar ein, damit steht er an Platz 153 der reichsten Menschen der Welt. Im März 2010 hatte Bidsina Iwanischwili die französische Staatsbürgerschaft angenommen, in diesem Zusammenhang wurde ihm die georgische Staatsangehörigkeit aberkannt.

Im April dieses Jahres [2012] gründete Bidsina Iwanischwili eine eigene Parteikoalition, mit dem Namen "Georgischer Traum". Diese Partei vereinigt verschiedene oppositionelle Parteien Georgiens. Im April 2012 kündigte man seitens Bidsina Iwanischwili und der Parteienkoalition "Georgischer Traum" an, mehrere Divergenzen zu aktuellen Bestrebungen zu haben, unter anderem hinsichtlich des Beitritts Georgiens zur NATO. Erst vor wenigen Monaten wurde Iwanischwili zu einer hohen Geldstrafe von 90,9 Millionen US-Dollar verurteilt, da man ihm illegale Parteienfinanzierung vorgeworfen hatte.

Quellen: Bidsina Iwanischwili, FTD - Bild: flickr (symbolisch für "Georgien")

  
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