Rückzieher: Japan will nun doch nicht so schnell aus der Atomkraft aussteigen


(C) Mike George, 2007, Bild: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Erst vor wenigen Tagen verkündete die japanische Regierung, dass ein schrittweiser Ausstieg aus der Atomkraft durchgesetzt werden soll. Doch nun scheint wieder alles anders zu sein. Bereits zur ersten Ankündigung sagten japanische Politikexperten, dass es sich bei diesem Vorstoß um eine "Ente" handeln könnte. Die allgemeine Stimmung, nach dem Atomunfall von Fukushima, ist in der japanischen Bevölkerung derart, dass dementsprechende politische Ankündigen von einem Atomausstieg begrüßt werden.

Dass dieses politische Spielchen so schnell enttarnt werden würde, hätte sich sicherlich vor einigen Tagen auch die Kritiker dieses politischen Vorstoßes nicht vorstellen können. Die japanische Industrie jubelt nun darüber, dass dieses Vorhaben doch nicht umgesetzt werden soll. Am vergangenen Mittwoch war ein entsprechendes Strategiepapier für den schrittweisen Atomausstieg abgelehnt worden.

Das Verwirrspiel um den japanischen Atomausstieg scheint interessante Formen anzunehmen. In der vergangenen Woche kündigten verschiedene japanische Medien den Atomausstieg derart an, als wenn dieser bereits beschlossene Sache sei. Umso überraschender kommt nun die Absage zu diesem Vorhaben. Zugegeben, der japanischen Wirtschaft wäre durch den Ausstieg aus der Atomkraft ein schwerer Schaden zugefügt worden. In der allgemeinen Bevölkerung sieht man dieses Spielchen aber nicht so gerne, hier regt sich nun erster Protest. Im Allgemeinen ist man in der japanischen Bevölkerung, nach der Fukushima-Katastrophe, eher negativ gegenüber der Atomkraft eingestellt.

In dem entsprechenden Entwurf für den Atomausstieg Japans war vorgesehen, dass bereits zum Jahr 2030 alle Bemühungen dahingehend abgeschlossen sein sollten, um nur noch auf erneuerbare Energie zu setzen und die Wirtschaft über dieses neue Energiespektrum zu versorgen. Der Minister für Nationale Strategie, Motohisa Furukawa, erklärte, es sei immer noch das Ziel, aus der Atomenergie auszusteigen. Dazu betonte er jedoch, dass ein solch angestrebtes Vorhaben sehr lange dauern würde, bis zum Jahr 2030 sei dies nicht zu machen. Ebenfalls betonte er, dass in der Zwischenzeit, bis der Atomausstieg spruchreif ist, verstärkt in erneuerbare Energien investiert werden soll.

Quelle: Handelsblatt - Bild: flickr (symbolisch für "Japan")

  
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