USA: Pentagon über immer mehr Attacken von Insidern auf NATO alarmiert


(C) Monica King, Defense.gov, 2011, Quelle: Wikipedia (gemeinfrei)

Nach den letzten Attacken von Taliban-Kämpfern auf NATO-Soldaten schaltete sich zuletzt auch Leon Edward Panetta in diese Thematik ein. Er sprach von einer ernsthaften Lage in den islamischen Ländern, welche zusätzlich durch den Anti-Mohammed Film „Die Unschuld der Muslime“ angeheizt würde.

Der Verteidigungsminister der Vereinigten-Staaten, Leon Edward Panetta, sagte an diesem Montag, dass er „sehr besorgt“ über die letzten Angriffe von afghanischen Sicherheitsbeamten auf Soldaten der NATO sei. Diese sogenannten „Insider-Angriffe“ seien aber ein Beleg für die „Agonie“ (andauernder Todeskampf) der radikalislamistischen Taliban, die nicht in der Lage seien, die verlorenen Gebiete zurückzuerobern, zitierte die „Washington Post“ in ihrer Internetausgabe den Pentagon-Chef (Panetta).

Kurz davor hatte sich auch der US-Generalstabschef, Martin E. Dempsey (Chef der Joint Chiefs), zu diesem Thema geäußert. Er stufte die bisherigen „Insider-Attacken“ als „sehr ernste Bedrohung“ ein. „Wir alle sehen uns mit diesem Problem konfrontiert. Man darf diese Lage auf keinen Fall schönfärben. Es genügt nicht, einfach härter zu arbeiten, um dieses Problem zu meistern. Etwas muss sich ändern“, so der US-Verteidigungsminister am Sonntag nach einer Beratung der NATO in Rumänien.

Ungefähr fünfzig ausländische Militärkräfte waren im laufenden Jahr durch sog. „Insider-Attacken“ ums Leben gekommen, allein im August 2012 gab es 15 Tote. Drei derartige Attacken gab es am vergangenen Wochenende. In der Nacht zum Sonnabend griffen 15 Afghanen in US-Uniform einen US-Militärstützpunkt im Süden des Landes an. Zwei Marineinfanteristen wurden dabei ermordet, neun weitere Personen wurden teils schwer verletzt und sechs „Harrier-Kampfjets“ zerstört.

Am Sonnabend erschoss ein uniformierter Angreifer zwei britische Soldaten in der Provinz Helmand. Am Sonntag überfielen Menschen in afghanischer Polizeiuniform einen Checkpoint im Süden Afghanistan. Vier Nato-Kräfte wurden dabei umgebracht, wie das internationale Kommando zuletzt bestätigte, ohne detaillierte Informationen dazu mitzuteilen. Die Lage am Hindukusch (Gebirge in Zentralasien) eskaliert unterdessen wegen eines Fehlschlags der Nato weiter.

Acht afghanische Frauen kamen am vergangenen Sonnabend bei einem irrtümlichen Nato-Luftangriff in der ostafghanischen Provinz Laghman (Paschtu/Dari) ums Leben. Die Frauen waren zum Holzsammeln in den Bergen unterwegs, als die Nato-Piloten sie für Aufständische hielten. Das meldete die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti (Russische Agentur für internationale Informationen) unter Berufung auf lokale Sicherheitsbehörden. Die Einheimischen brachten die Leichen vor den Gouverneurssitz in der Provinzhauptstadt [eine sog. Distrikts] Mihtarlam.

Die internationale Schutztruppe ISAF (International Security Assistance Force) bestätigte, ihr lägen Erkenntnisberichte über den Tod von fünf bis acht Zivilisten vor. Eine Untersuchung sei eingeleitet worden, hieß es. Nach ISAF-Informationen hatte die Nato (North Atlantic Treaty Organization) zu jenem Zeitpunkt eine rund 45 Mann starke Rebellen-Gruppe in dieser Gegend gejagt. Viele bewaffnete Kämpfer seien bei einem Bombenangriff umgebracht worden.

Zur Eskalation trugen außerdem Proteste gegen den antiislamischen Film „Die Unschuld der Muslime“ (Originaltitel: Innocence of Muslims) bei, der in den U.S.A. kürzlich erschienen war (seit etwa Juli 2012 bereits im Internet vorhanden, z.B. YouTube). Hunderte Afghanen versammelten sich am Montag vor einem Nato-Stützpunkt in Kabul (Hauptstadt Afghanistans). Sie riefen antiamerikanische Parolen und steckten einige Autos in Brand.

Auch die Taliban, die sich mittlerweile zur jüngsten Attacke auf US-Marineinfanteristen bekannten, erklärten, dies sei eine schwere Rache für diesen bösen Film gewesen, und kündigten zudem weitere Anschläge an. Antiamerikanische Krawalle hatte es Ende der vergangenen Woche auch in anderen islamischen Ländern wie Tunesien, Libyen, Ägypten und dem Sudan gegeben. Der jemenitische Ableger des Terrororganisation Al-Qaida (dt.: Das Fundament) forderte die Muslime auf, US-Botschaften weltweit in Brand zu legen und amerikanische Diplomaten zu ermorden.

Das sei ein Schritt zur „Befreiung der Islamstaaten von der US-Hegemonie“, hieß es in einer Erklärung der „Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel“. Den umstrittenen US-Film brandmarkten sie als „Teil des immerwährend andauernden Krieges der Kreuzritter gegen den Islam“ und riefen zudem auf, dem Beispiel der libyschen Extremisten zu folgen, die in der vergangenen Woche US-Botschafter Chris Stevens († 11. September 2012) bei einem Mordanschlag im libyschen Bengasi umgebracht hatten. Zuletzt kündigte die Hisbollah an, dass diese Rache für das Anti-Islam Video „Die Unschuld der Muslime“ nehmen wird. Sie forderte in einer Ansprache auf, dass Proteste gegen dieses Gebaren der U.S.A. und Israel durchgeführt werden müssten, ohne dabei schwach zu werden.

Quelle: Ruvr - Bild: Wikipedia (symbolisch, zeigt "Leon Panetta, Pentagon")

  
Bücherindex Bild Link

Weitere Inhalte