Japanische Regierung will offenbar aus der Atomenergie aussteigen


(C) OiMax, 2009, Quelle: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Nach Deutschland hat nun auch die Regierung in Japan angekündigt, dass das Land schrittweise aus der Atomkraft aussteigen werde. Ob dieser Schritt gelingen wird, bleibt fraglich, auch aus wirtschaftlicher Sicht.

Japans Entscheidung für den Atomausstieg wurde nun anderthalb Jahre nach der Havarie im Atomkraftwerk Fukushima I. getroffen. Politiker aus Japan reagierten empört auf diese Bekanntgabe, denn das Land (Japan) sei ohnehin sehr stark abhängig von den Rohstoffen aus dem explosiven Nahen Osten. Durch den Austritt aus der Atomkraft würde die Energiesicherheit deutlich leiden.

Aber nicht nur in der Politik zeigte man sich von diesem Schritt erschrocken, auch aus der japanischen Wirtschaft waren ähnliche Töne zu vernehmen. Die generelle Umstellung auf erneuerbare Energiequellen - wie z.B. die Wind- oder Sonnenergie - soll die Produktionskosten deutlich erhöhen und somit der vorherrschenden Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Produkte schaden. Das Land sei sowieso schon von einer sich verfestigenden Stagnation betroffen, hieß es im Zusammenhang mit den Plänen des Atomausstiegs.

Aus zuletzt durchgeführten Umfragen konnte jedoch vernommen werden, dass die meisten Japaner(innen) die Abschaltung aller AKWs einforderten. Verschiedene japanische Politiker und Wirtschaftsvertreter meinen nun, dass die Regierung, welche zuletzt stark an Popularität verloren hat, mit dieser Ankündigung Wähler anlocken will.

In diesem Zusammenhang äußerte sich der Chefredakteur der Fachzeitschrift Atomnaja Energija (auf Deutsch: Atomenergie) Oleg Dwojnikow. Dieser ist sich relativ sicher, dass der Atomausstieg Japans ein rein populistischer Schritt ist und nicht ernstgemeint sei.

"Die aktuelle Botschaft der Regierung über die sog. Energiewende ist für jene bestimmt, die nach der Atomkatastrophe, im Atomkraftwerk Fukushima, skeptisch bleiben. Doch das Verhalten zur Atomenergie wird sich später wieder "verändern", nämlich dahin, dass sie die Atomenergie als essenziell wichtig angesehen wird. Oleg Dwojnikow glaubt nicht, dass Japan völlig auf die Atomenergie verzichten werde, denn dadurch würden erhebliche Mehrkosten für die Wirtschaft und die Bevölkerung entstehen."

Derzeit herrscht in Japan eine allgemeine Ablehnung zur Atomkraft vor. Wegen der sehr starken radioaktiven Belastung im Gebiet um das AKW-Fukushima, mussten bisher etwa 160.000 Menschen ihre Häuser verlassen und in andere Regionen des Landes umziehen.

Weiterhin sagte der Chefredakteur der Fachzeitschrift Atomnaja Energija: "Ich glaube nicht, dass Japan zu einem generellen Ausstieg aus der Atomkraft bereit ist, weder bis zum Jahr 2030 nach bis 2050. Nach dem Unglücksfall um Tschernobyl wollten damals Italien und Schweden ihre Atomkraftwerkprojekte einstellen. Doch später sahen die Regierungen ein, dass der Wirtschaft durch einen solchen Schritt sehr großer Schaden zugefügt wird. Eine durchgeführte Volksabstimmung zeigte damals sogar, dass die meisten stimmberechtigten Bürger den Atomausstieg nicht unterstützen."

Quelle: Ruvr - Bild: flickr (symbolisch für "Japan")

  
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