Terror der NSU: Die meisten Morde und Anschläge hätten verhindert werden können


Zeigt Uwe Mundlos (NSU)

Die Morde, Körperverletzungen, Raubüberfälle oder gar die Sprengstoffanschläge hätten möglicherweise durch deutsche Sicherheitsbehörden, wenn diese nicht weggeschaut hätten, verhindert werden können. In einem Artikel der Ost-Thüringer-Zeitung geht man nun speziell auf das Landeskriminalamt in Berlin ein. Hier sehe man ebenfalls, dass die meisten Morde der NSU hätten verhindert werden können. Die Empörungen über die immer weiter anwachsende Zahl von Ermittlungsfehlern in dieser Affäre, um die rechtsextremistische Terrorgruppe NSU, sind groß und scheinen immer größer zu werden.

Auch die deutsche Justizministerin äußerte sich zuletzt zu dieser Thematik. Diese sagte, "Das Vertrauen in den Rechtsstaat drohe beschädigt zu werden". Doch die Kritik kommt von vielen Seiten, nicht nur von der Bundesjustizministerin. So sprach etwa der SPD-Innenpolitiker Sebastian Edathy: "Von einer neuen Qualität der Versäumnisse".

Dass viele der begangenen Morde hätten verhindert werden können, wenn man nicht zugeschaut, sondern gehandelt hätte, ist heute ein Faktum, was sich leider nicht mehr korrigieren lässt. Die daraus folgenden Konsequenzen, dass unnötig Leben zerstört worden ist, müssen hierbei in deutlicher Weise gefunden werden.

Zuletzt äußerte sich auch Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU). Dieser sprach aus, was viele bereits seit langem dachten. Henkel meinte, dass mindestens sechs der zehn Morde der NSU-Terrorzelle hätten verhindert werden können. Der mittlerweile bekannte Helfer der NSU, Thomas S., welcher aus Sachsen kommt, war für etwa zehn Jahre ein bekannter Informant für das Berliner Landeskriminalamt.

Auch Frank Henkel (CDU) bestätigte dies zuletzt. Thomas S. (44) war eine bekannte Größe in der Neonazi-Szene, neben einer Skinhead-Gruppe in Chemnitz, gehörte er auch dem Neonazi-Netzwerk "Blood & Honour" an. Im Jahr 1996 soll Thomas S. sogar mit der NSU-Terroristin Beate Zschäpe liiert gewesen sein. Offiziell gibt man hier an, dass es etwa fünf Monate waren, wo die beiden ein "Techtelmechtel" hatten. Etwa zu der gleichen Zeit soll Thomas S. der NSU-Zelle etwa ein Kilogramm TNT-Sprengstoff übergeben haben.

Thomas S. zählt zu einem der 13 Beschuldigten rund um die NSU-Morde. Der Generalbundesanwalt ermittelt im Zusammenhang dieser Morde und Personen. Doch was erschreckenderweise erst jetzt bekannt wird, soll Thomas S. in den Jahren von 2000 bis Anfang 2011 als sogenannte Vertrauensperson (VS) beim Landeskriminalamt Berlin geführt worden sein. In dieser Tätigkeitszeit übergab er dem LKA-Berlin auch zahlreiche Hinweise zu der Terrorzelle NSU, die genau in dieser Zeit von 2001 bis 2007 ihre blutige Spur durch Deutschland zog.

Quelle: OTZ

  
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