Südafrika: Erneut Unruhen bei Bergarbeitern in einer Platingrube


(C) John Atherton, 1979, Quelle: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Nach den heftigen Unruhen in einer Platingrube in Südafrika, bei denen etwa 34 Menschen von Sicherheitskräften getötet sind, wurden in der Zwischenzeit rund 270 der Bergarbeiter-Kollegen wegen versuchten Mordes angeklagt. Dies aus dem Grund, weil sie gegen die Tötung durch die Sicherheitskräfte protestierten und angeblich die Polizei angriffen.

Nun scheinen die Proteste in der südafrikanischen Platingrube (Marikana) erneut aufzuflammen. Aus verschiedenen Medienberichten geht hervor, dass am Samstag erneut Gewalt ausgebrochen sei. Nachdem die örtliche Polizei versucht hatte eine Gruppe von demonstrierenden Minenarbeitern auseinanderzutreiben, ist die Lage eskaliert. Bei diesem Versuch durch die Polizei sollen auch Gummipatronen zum Einsatz gekommen sein. Dies berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Sapa.

Innerhalb der Demonstrationen sollen die Kumpels Autoreifen angezündet haben, um durch diese Maßnahme ein Betreten zum Gebiet der Platingrube zu blockieren. Die Polizei hatte im Zuge der Demonstrationen bekanntgegeben, dass mittlerweile sieben Personen festgenommen worden sind. Dies speziell aus dem Grund, weil sie an einer "illegalen Zusammenkunft" teilgenommen hätten.

Ein großer Teil der Belegschaft dieses Bergwerks befindet sich seit rund einem Monat im Streik, die gesamte Produktion wurde mittlerweile eingestellt. Die Arbeiter fordern unter anderem bessere Arbeitsbedingungen und einen höheren Lohn. Innerhalb der letzten vier Wochen waren bei mehreren Zwischenfällen insgesamt 44 Menschen ums Leben gekommen. Mittlerweile sollen sich die Proteste auch auf andere Bergwerke in der Region ausgeweitet haben.

In verschiedenen Medien wird derzeit darüber spekuliert, ob die "wohlhabenden Eigentümer aus dem Westen evtl. etwas „springen lassen haben“, um die Polizei dahingehend anzuleiten, die Bergarbeiter wieder zur Arbeit zu bringen" - bei den derzeitigen Platinpreisen durchaus vorstellbar.

Quelle: NZZ - Bild: flickr (symbolisch für "Bergwerk")

  
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