Deutscher NSU Terror: V-Mann des LKA Berlin gab Terroristen Sprengstoff


(C) André Karwath, 2011, Quelle: Wikipedia (nicht portiert) (CC BY-SA 2.5)

Nachdem der Verfassungsschutzchef aus Sachsen-Anhalt seinen Hut nehmen musste, scheinen die Skandale rund um die NSU-Terrorzelle nicht abzuflauen. Nun wurde nach einem Bericht von Spiegel bekannt, dass ein V-Mann der Berliner Polizei der NSU Sprengstoff geliefert hatte. Die deutschen Sicherheitsbehörden geraten mit diesem erneuten Skandal wieder einmal in arge Erklärungsnot.

In Anbetracht der Masse der bisherigen Skandale und Skandälchen, rund um die Terrorzelle der NSU, muss man sich mittlerweile durchaus die Frage stellen, was hier eigentlich vor sich geht? In der neusten Irritation soll der Polizeibeamte Thomas S. über zehn Jahre für das Berliner LKA als Informant tätig gewesen sein.

Das Verfahren hat mittlerweile 13 Beschuldigte, einer davon ist Thomas S. Das Berliner Landeskriminalamt hatte diese brisanten Informationen sehr lange zurückgehalten.

Ob Thomas S. den NSU Terrorfall sogar zu einer Staatsaffäre machen könnte, muss abgewartet werden. Anhand der bisherigen Erkenntnisse, in wie weit der Staat direkt mit dem terroristischen Geflecht verbunden war, lässt sich aber eine hohe Wahrscheinlichkeit dahingehend ableiten, dass hier "mehr als nur ein bisschen" an Aufarbeitungsmaterie vorhanden ist.

Gegen Thomas S. und 12 weitere beschuldigte Personen leitet der deutsche Generalbundesanwalt, im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Terrorzelle NSU, ein Ermittlungsverfahren. Das deutsche Bundeskriminalamt hatte Thomas S. mittlerweile mehrfach vernommen, in diesen Vernehmungen gestand er, dass er in den neunziger Jahren Sprengstoff an die NSU-Terrorzelle um Böhnhard, Mundlos und Zschäpe lieferte.

Nach Informationen von Spiegel-Online soll Thomas S. in der Zeit von Ende 2000 bis Anfang 2011 als sogenannte Vertrauensperson (VP) beim Berliner Landeskriminalamt geführt worden sein.

Weiter heißt es in dem Artikel, dass Thomas S. offenbar einen intensiven Kontakt zum Berliner Landeskriminalamt pflegte. Erst im März des Jahres 2012 hatten die Berliner den Generalbundesanwalt über ihre Erkenntnisse zur NSU informiert. Thomas S. soll in den Jahren zwischen 2001 - 2005 insgesamt fünf Treffen mit seinen sog. V-Mann-Führern absolviert haben, bei denen er diesen Informationen zur NSU geliefert hatte.

Weiterhin müsste anhand der bisherig bekanntgewordenen Tatsachen auch klar sein, dass die Frage aufgeworfen werden wird, ob staatliche Strukturen Morde, Sprengstoffanschläge und Raubzüge in Banken nicht hätten verhindern können.

Den kompletten Artikel zur NSU-Affäre und den neu aufgetauchten Informationen, können Sie bei Spiegel-Online lesen, siehe Link.

NSU-Sprengstofflieferant war V-Mann der Berliner Polizei

 

Quelle: Spiegel - Bild: Wikipedia (zeigt ein durch Sprengstoff zerstörtes Haus der NSU-Terrorzelle, in Zwickau)

  
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