EU: Konflikt um neuen Posten bei der Bankenaufsicht spitzt sich zu


(C) waldopics, 2005, Quelle: flickr (CC BY 2.0)

Die europäische Bankenaufsicht steht noch in der Planungsphase, zum Aufbau dieser wurde bisher noch kein direkter Schritt unternommen. Doch ganz davon ab, scheinen bereits vor diesem Schritt Konflikte um die geplante Bankenaufsicht zu entstehen. Speziell um die Leitung dieser.

Nach einem Bericht von AFP laufen bereits Gespräche über den einflussreichen Posten. Am vergangenen Dienstag soll der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Vitor Manuel Ribeiro Constâncio (ausgezeichnet mit dem Orden des Infanten Dom Henrique), für den zu erschaffenden Posten vorgeschlagen worden sein.

Bei der EZB selbst bezeichnete man die Berufung von Constâncio "als Witz". Beschlossen worden war die Europäische Bankenaufsucht bereits im Juni, auf dem damaligen Euro-Gipfel. Nach bislang bekanntgewordenen Informationen soll diese neue Aufsicht über europäische Banken direkt bei der EZB angesiedelt sein und alle 6000 Banken in der Eurozone überwachen.

Begründet wird dies von offizieller Seite damit, dass mit diesem zentralisierten Kontrollmechanismus künftige Bankenkrisen verhindert werden sollen. Am vergangenen Mittwoch stellte der EU-Kommissionschef José Manuel Barroso die neuen Pläne für eine solche Bankenaufsicht vor.

In Straßburg (Europaparlament) wurde bekanntgemacht, dass der neue "Aufseher über die Banken" bereits Anfang 2013 die Arbeit aufnehmen soll. Ob dieses Ziel tatsächlich so schnell erreicht werden kann, ist bei vielen Experten umstritten. Nach aktuellen Informationen von Handelsblatt soll ein möglicher Kandidat für den "Schlüsselposten" der Bankenaufsicht in EZB-Vize Constâncio gefunden worden sein, zumindest nach aktueller Planungslage.

Würde Constâncio den Posten annehmen, müsste er sich aus der Geldpolitik zurückziehen, da es sich bei dem neu zu schaffenden Posten um einen "Vollzeitjob" handeln wird. Innerhalb der EZB ist die Berufung von EZB-Vize Constâncio jedoch umstritten. Nach Informationen von FTD soll mittlerweile eine kontroverse Diskussion um diese Personalfrage entbrannt sein.

Quelle: IK - Bild: flickr (symbolisch für "EU/EZB")

  
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