Deutschland: Skandal um illegale Organspenden weitet sich weiter aus


(C) Matt Preston, 2012, Quelle: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Die zuletzt bekanntgewordenen "Skandälchen" der illegal bevorzugten Vergabe von Organen in Deutschland, werden immer mehr zu einem handfesten Skandal. Aus aktuellen Informationen von "Welt" geht hervor, dass privatversicherte Patienten bei der Vergabe von lebenswichtigen Organen bevorzugt wurden.

Die Vermittlungsstelle Eurotransplant konnte dies aus aktuell ausgewerteten Zahlen bestätigen. Aus diesen Zahlen geht hervor, dass überproportional häufig ein Spenderorgan an Privatversicherte vergeben wurde. Nun fordert der eingesetzte Gesundheitsexperte der "Grünen" eine detaillierte Aufklärung zu diesen skandalösen Vorgängen.

Harald Terpe (Grünen-Gesundheitsexperte) hatte zuletzt die Zahlen von der Organ-Vermittlungsstelle Eurotransplant vorgetragen, die einen solch benannten Umstand zeigten. In einem Gespräch mit der "Frankfurter Rundschau" machte Harald Terpe deutlich, dass der Anteil der Privatversicherten (an allen Transplantationen) bei Organtransplantationen deutlich höher wiegt, als jener von nicht privatversicherten Personen, welche auf den Wartelisten stehen.

Etwa 9,7 Prozent aller Patienten die auf eine neue Leber warteten, waren privatversicherte Personen. Der Anteil dieser Personen (welche mit einer neuen Leber "versorgt" wurden) lag im Jahr 2011 bei rund 13,1 Prozent. Auch bei der Transplantation von Herzen hatte man einen deutlich höheren Anteil von privatversicherten Personen feststellen können.

Hier seien 9,5 Prozent der auf den Wartelisten verzeichneten Personen privatversichert gewesen. Etwa 11 Prozent hatten eine Transplantation erhalten (9,5% auf der Warteliste, zu 11% der Transplantationen). Ebenfalls stellte man diese bevorzugte Vergabe auch bei Lungen (6,9% zu 9,5%) und Bauchspeicheldrüsen (2,6% zu 4,0%) fest. Außerdem stellte Terpe fest, dass auch bei dem sogenannten "beschleunigten Verfahren" (unabhängig von der Warteliste), der Anteil von privatversicherten Personen höher lag, als der Anteil auf der Warteliste selbst.

Quelle: Welt - Bild: flickr (symbolisch)

  
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