Überwachung per digitalem TV: Was gucken Sie eigentlich so im Fernsehen?


(C) Karl Baron, 2006, Quelle: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Dass nicht nur im Internet massiv spioniert wird, zeigte sich in der Vergangenheit, in vielen Bereichen, deutlich. Auch mit den sogenannten "intelligenten Stromzählern" (im wahrsten Sinne des Wortes) wurde die „Rundumüberwachung“ immer weiter vorangetrieben. In der Regel werden den Konsumenten nur die "positiven Dinge" vor Augen gehalten.

Doch wie jede Medaille, haben auch diese "neuen Technologien" eine nicht so schöne Seite. Nun wurde bekannt, dass auch die neuen digitalen Fernsehdienste dazu genutzt werden sollen, um den Konsumenten noch ein wenig gläserner zu machen.

Seit Mitte Juli 2012 überwacht die Deutsche Telekom, mit seinem digitalen TV-Dienst, nun das Fernsehverhalten des jeweiligen Zuschauers. Wie aus aktuellen Medienberichten hervorgeht, soll dieses neue digitale Fernsehen aber einen ganz besonderen Beigeschmack haben.

Denn der Fernsehzuschauer hat nicht nur selbst die Möglichkeit aus einem Programm auszuwählen, was er sehen oder aufzeichnen möchte, die Technik selbst zeichnet nunmehr auch des Zuschauers Fernsehverhalten auf. Seit Mitte Juli 2012 versendet die Deutsche Telekom nun entsprechende Mitteilung an ihre Kunden, dass diese in ihrem Fernsehverhalten aufgezeichnet werden.

Guckt jemand eher vermehrt Nachrichten, Talk-Shows oder auch das nächtliche XXX-TV? Diese Informationen lassen sich zu Geld machen. Damit zusammenhängt natürlich die "Quote", welche durch die TV-Sender ermittelt wird und die eine wichtige Grundlage dafür ist, wie das eigene Programm bei den Zuschauern ankommt.

Wer die besten Einschaltquoten hat, kassiert am meisten – z.B. durch Werbung. Dass die bisher 5640 Haushalte für die Ermittlung von TV-Verhalten nicht präzise genug waren, musste man in der Vergangenheit öfters feststellen. Doch zum Glück gibt es ja nun das digitale TV, mit welchem das Nutzerverhalten deutlich besser ausgewertet werden kann.

Die Auswertung soll derzeit zwar „anonymisiert“ erfolgen, doch ein übler Nachgeschmack bleibt trotzdem, wenn man sich vorstellt, dass "andere Leute wissen, was man gerade so im Fernsehen anguckt". Datenschützer sehen die derzeitige Anonymisierung eher kritisch. Aus dem Grund, da nur ein "Pseudonym" vergeben wird.

Die Datenschützer machten in diesem Zusammenhang deutlich, dass eine "Pseudonymisierung" zwar einen gewissen Schutz bietet, doch könnten die Daten nachträglich wieder mit den realen Benutzerdaten verknüpft werden. Die Datenschützer empfehlen nun, dass sich die Nutzer des Digital-TV-Dienstes Entertain gegen diese Aufzeichnungen zur Wehr setzen und einen Widerspruch bei der Deutschen Telekom einlegen.

Quelle: Welt - Bild: flickr (symbolisch für "Fernsehen")

  
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