China: Hu Jintao steht wegen Eskapaden seiner Genossen unter Druck


(C) Dilma Rousseff, 2011, Quelle: Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Dass in China nicht alles so ist wie es sein sollte, zeigt nun auch ein aktueller Fall. Können Sie sich vorstellen, dass in einem totalitär-sozialistisch regierten Land wie China, die eigene Elite dazu neigt, dass diese mit dicken Ferraris, Luxusvillen und Co. angeben? Nein? Genau solch ein Staatsskandal spielt sich aber derzeit inmitten des "Reichs" ab.

Nicht nur ein mysteriöser Mordprozess lastet derzeit auf einer Frau eines angesehenen chinesischen Politikers. Auch ein Skandal über den ausufernden Lebenswandel einiger „Genossen“ machte dem chinesischen Staatschef zuletzt schwer zu schaffen. Ein enger Vertrauter von Hu Jintao steht derzeit in den Schlagzeilen Chinas, weil dessen Sohn durch die Gegend protzte.

In diesem Fall geht es um Ling Jihua, einer der engsten Parteigenossen von Hu Jintao. Skurril an der Sache ist, dass hier wohl ein Name in einem Totenschein gefälscht wurde. Einen aufkommenden Skandal zu dieser Sache hatte man bei den "Parteigenossen" anscheinend aufkommen sehen. Durch einen "speziellen Trick", nämlich jenem mit dem Totenschein, sollte ein "größerer Schaden" von der Regierung abgewendet werden.

Doch dieser Schaden ist nun doppelt so groß. Mittlerweile wurde der "Genosse" Ling Jihua im Nirwana versenkt, sozusagen. Er hat nur noch einen "unwesentlichen Posten inne". Der chinesische Staatschef verspricht sich von diesem Vorgehen, dass er seine eigene Person schützen kann und nicht direkt in den Skandal mit eingebunden wird.

Doch dies ist schon lange geschehen. Jeder weitere Rundumschlag wird die Fokussierung auf seine Person weiter verstärken. "Insider" sagen derzeit sogar, dass der Machteinfluss des chinesischen Staatsoberhauptes dahin schmilzt, wie der Schnee im Frühling. Ausgelöst wurde der Skandal durch eine „tödliche Autofahrt“. Der Sohn Ling Jihuas soll im März einen Unfall mit seinem protzigen Ferrari verursacht haben.

Mit dem luxuriösen Auto hatte der Sprössling des Parteigenossen einen massiven Crash gebaut. Bei diesem wurden damals mindestens zwei Frauen verletzt. Angeblich wurde bei diesem Unfall der Sohn des Politikers Ling Jihua getötet. Doch ob dies wirklich stimmt, wagen immer mehr Chinesen zu bezweifeln. In den offiziellen Unterlagen der Anzeige wurde der Name "JIA" eingetragen.

Hierbei handelt es sich um ein Wort, welches im Chinesischen genauso ausgesprochen wird und das "Fälschung" bedeutet. In China sind zu diesem skurrilen Staatsskandal mittlerweile alle Einträge aus Blogs verschwunden. Plump gesagt, sie wurden wegzensiert. Auch Suchanfragen mit "Ferrari" werden in den verschiedenen Suchmaschinen vom chinesischen Regime blockiert.

Doch diese Maßnahmen scheinen alle ins Leere zu laufen, durch die Zensurmaßnahmen wurden die Spekulationen nur noch weiter angeheizt. Mittlerweile musste dies wohl auch die chinesische Staatsführung anerkennen. Ein ehemaliger Funktionär der Kommunistischen-Partei sagte gegenüber der Zeitung "South China Morning Post", dass der Parteispitze der Fall "zu heiß" geworden sei. Die allgemeine Glaubwürdigkeit Hu Jintaos würde auf dem Spiel stehen und das ausgerechnet zu seinem Amtsende.

Quelle: 20min - Bild: Wikipedia (zeigt: "Hu Jintao")

  
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