Neue Krankheit, ähnlich wie AIDS: Mysteriöse Immunschwäche gibt Forschern Rätsel auf


(C) Dr. Edwin P. Ewing, Jr, 1985, Quelle: CDC

Forscher haben nun eine mysteriöse Entdeckung gemacht, die ihnen weiterhin Rätsel aufgibt. Bei der entdeckten Krankheit handelt es sich um eine Immunschwäche, bei der gefährliche Stämme von Mikrobakterien festgestellt wurden. Ausbrechen soll die Krankheit erst in einem höheren Lebensalter, der Grund für die Infektion ist weiterhin unklar.

Bei den entdeckten Mikrobakterien wurden zudem Symptome festgestellt, die mit denen des AIDS-Virus vergleichbar sind. Da die Erkundung dieser neuen Immunschwäche-Krankheit noch nicht sonderlich weit fortgeschritten ist, gibt es bislang auch noch keinen offiziellen Namen für die Krankheit. Die Entdeckung wurde erst kürzlich im renommierten Fachjournal "New England Journal of Medicine" bekanntgegeben.

Forscher aus den USA sind auf diese neuartige Krankheit gestoßen, die vor allem bei Menschen im höheren Alter, ab 50 Jahren, auftritt. Welche speziellen Ursachen diese Krankheit auslösen und wo sie herkommt ist bislang noch ungeklärt. Nach den Informationen der Forscher wird derzeit aber mit Hochdruck daran gearbeitet, um dies zu verifizieren. In der Forschungsarbeit, bei der diese neue Immunschwäche-Krankheit entdeckt worden ist, nahmen verschiedene Wissenschaftler des "National Institute of Allergy and Infectious Diseases" aus den USA teil.

Geleitet hatte die Forschung die in der Fachwelt bekannte Medizinerin Sarah Browne. Im Zuge der angestellten Untersuchungen, bei 203 Patienten aus dem asiatischen Raum (Thailand und Taiwan), machten die Forscher diese rätselhafte Entdeckung. Nach den bisherigen Erkenntnissen soll es sich bei dieser Immunschwäche, um eine "erworbene" handeln, sie besteht also nicht seit Geburt.

Innerhalb der durchgeführten Untersuchungen ging man anfangs fälschlicher Weise davon aus, dass es sich wohl um die Immunschwäche-Krankheit AIDS handeln könnte. Auch bei AIDS sind ähnliche Krankheitsmerkmale festzustellen, wodurch sich der Körper, mit sich fortschreitender Zeit, immer schlechter gegen eindringende Erreger schützen kann. Verblüfft waren die Forscher über die Entdeckung, dass sich mit den Untersuchungen zeigte, dass keiner der Patienten mit HIV infiziert war.

Normalerweise werden bei einer AIDS-Erkrankung die sogenannten T-Helferzellen zerstört, bei allen untersuchten Patienten waren diese aber intakt. Weiterhin stellte man in den Untersuchungen fest, dass bei etwa 88 Prozent der Patienten sogenannte Auto-Antikörper im Blut vorhanden waren. Hiervon leiteten die Forscher ab, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handeln muss, denn der Körper produziert Auto-Antikörper Abwehrstoffe, wenn eine Fehlregulation im Immunsystem vorliegt.

Nach den aktuellen Erkenntnissen, sind größtenteils nur Personen in verschiedenen asiatischen Ländern von dieser neuen Immunschwäche-Krankheit betroffen. Es gab nur wenige Fälle in den USA, wo die gleiche mysteriöse Krankheit festgestellt worden ist. Weiterhin geht aus dem benannten Bericht hervor, dass diese neue Form der Autoimmunerkrankung bereits seit dem Jahr 2004 bekannt ist, dort wurden bereits erste Fälle verzeichnet und dokumentiert.

Weiterhin machten die Forscher deutlich, dass anhand der vorhandenen Symptome diese neue Krankheit wohl von vielen Ärzten mit Tuberkulose verwechseln werden könnte. Vermutungen der Forscher gehen derzeit in die Richtung, dass eine gentische Veranlagung in Kombination mit "äußeren Umständen" zu der mysteriösen Krankheit führt. Außerdem vermuten die Forscher, dass die Erkrankung wohl erst nach Jahren, ähnlich wie auch bei AIDS, ausbricht. Diese Erkenntnisse leiteten die Forscher von dem hohen Alter der betroffenen Patienten ab.

Quelle: Welt - Bild: CDC/Wikipedia (symbolisch, "Bild zeigt HI Virus")

  
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