Cybercrime: Immer mehr Gamer stehen im Visier von Hackern


(C) Samat Jain, 2009, Quelle: flickr (nicht portiert) (CC BY-SA 2.0)

Hacker haben es schon lange nicht mehr nur auf die Daten des "normalen Internetnutzers" abgesehen, auch die Gamer stehen mittlerweile vermehrt unter "Beschuss". In einer aktuellen Analyse des russischen Antiviren-Experten Kaspersky zeigt sich deutlich, dass "Computerspieler" vermehrt im Visier von Cyberkriminellen stehen.

Die Zahlen trug Kaspersky auf der jüngst stattgefundenen Spielmesse "GamesCom" mit. Aus den bekanntgegebenen Zahlen zeigte sich, dass alleine das russische Sicherheitsunternehmen Kaspersky etwa 3,3 Millionen Schadprogramme ermittelt hat, die sich gegen Gamer ausrichten. Vor allem in den letzten Monaten soll sich die Situation deutlich verschärft haben.

Aus der Analyse geht demnach hervor, dass bis Dezember 2011 etwa 2,7 Millionen Schadprogramme bekannt waren. Bis Juli 2012 hatte sich die Anzahl der bekanntgewordenen Schadprogramme auf 3,3 Millionen erhöht. Dies bedeutet also, dass innerhalb von gut sieben Monaten weitere 600.000 Schadprogramme mit dazu gekommen sind.

An dieser Stelle sollte deutlich gemacht werden, dass es sich hierbei nicht um "normale Viren/Schadprogramme" handelt. Es sind spezielle Programme, die sich auf Gamer konzentrieren, so Kaspersky. Die hauptsächliche Zielsetzung dieser Schadprogramme ist, dass sog. "Gamer-Accounts" übernommen werden sollen. Aber nicht nur die Accounts an sich sind mittlerweile das Ziel derartiger Angriffe.

Auch sollen, mit den Spielen verbunden, Kreditkartendaten und ähnliche brisante Informationen ermitteln werden. In vielen Computerspielen kann man mittlerweile virtuell bezahlen und sich so Gegenstände oder Lebenspunkte erkaufen. Um diese virtuellen Gegenstände oder Dinge kaufen zu können, muss real erwirtschaftetes Geld bezahlt werden. Dies geschieht meist über verschiedene Onlinebezahldienste oder direkt per Kreditkarte.

Dabei gehen die Cyberkriminellen meist ruppig vor, wenn es darum geht an diese Daten zu kommen. Nicht direkt das Geld eines jeweiligen Nutzers soll dabei im primären Fokus der Attacken stehen, sondern vielmehr die bereits benannten Gegenstände und Lebenspunkte im Spiel selbst oder auch „virtuelle Währungen“- diese können auf verschiedenen Plattformen weiterverkauft und so in reales Geld umgewandelt werden.

Kaspersky gab auf der Spielmesse den Hinweis an die Gamer ab, dass für den eigenen Gamer-Account ein möglichst komplexes Passwort gewählt werden sollte, dieses sollte ebenfalls in regelmäßigen Abständen geändert werden. Aber nicht nur auf der technischen Seite sollte nach den Worten Kaspersky eine hohe Sicherheit herrschen und durch die jeweilige Person geschaffen werden.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil sei außerdem, dass man seinen gesunden Menschenverstand walten lassen müsse. Auf Emails, welche man nicht kennt oder die nicht direkt zuordnet werden können und diese einem im Allgemein ominös erscheinen, sollte man am besten gar nicht reagieren bzw. erst öffnen. Meist werden hier Trojaner und andere Schadprogramme verteilt. Aber auch auf "normal aussehenden" Webseiten werden mittlerweile Viren und Trojaner verbreitet. Meist handelt es sich dabei um kompromittierte Internetangebote, bei denen versteckt ein Schadcode eingefügt worden ist.

Kaspersky empfiehlt in diesem Zusammenhang passende Sicherheitsmaßnahmen, wie den Schutz durch Firewalls, Anti-Virenprogramme und ähnliche Sicherheitsvorkehrungen durchzuführen, um sich gegen derartige Angriffe zu wehren. Eine 100-prozentige Sicherheit wird es aber nicht geben können, da, wie aus den aktuell bekanntgewordenen Zahlen hervorgegangen ist, die Cyberkriminellen im erhöhten Maße immer weiter verbesserte Taktiken und Schadprogramme erstellen und diese gezielt zum Einsatz bringen.

Quelle: Gulli - Bild: flickr (symbolisch für "Gaming")

  
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