Auswertung: Deutsche Krankenkassen vergeuden das Geld der Versicherten


(C) Emilian Robert Vicol, 2010, Quelle: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Mit steigenden Beiträgen bei den Krankenkassen gibt man sich nur ungern zufrieden. Doch wofür wird dieses ganze Geld eigentlich verwendet? Klar, für die Gesundheit in erster Linie, aber auch nur in erster Linie. Denn wie nun aus Medienberichten hervorgeht, sollen die Krankenkassen nicht unbedingt "schonend" mit den Geldern der deutschen Versicherten umspringen. Nach einem aktuellen Welt-Artikel hat die zuständige Aufsichtsbehörde teils erhebliche Mängel im Umgang mit den Geldern der Krankenversicherten festgestellt.

Im Zuge der regelmäßig stattfindenden Kontrollen wurde seitens des Bundesversicherungsamts festgestellt, dass es deutlich zu viele Fälle von Verschwendung bei den gesetzlichen Krankenkassen gibt. So entdeckte man beispielsweise Fälle in denen eine teils erhebliche Verschwendung von Versichertengeldern festgestellt worden ist, aber auch Unterschlagungen und eine nicht besonders "zielorientierte" Anlage des Geldes zeigten auf, dass im Umgang mit dem Geld der Versicherten noch einiges an Nachholbedarf ist.

In dem Welt-Artikel wird hierbei unter anderem ein Fall genannt, bei dem sich eine gesetzliche Krankenkasse eines Detektives bedient hatte. Dieser erhielt ein deutlich überzogenes Honorar von 10.719 Euro. Ziel seiner Beschattungsaufgaben war gewesen, einen "verdächtigen Versicherten" über Tage hinweg zu beschatten, um einen möglichen Krankengeldschaden, seitens der Versicherung, von 14,96 Euro am Tag aufzudecken und "weiteren finanziellen Schaden gegenüber der Versicherung zu vermeiden".

In wie fern der Versicherung nun tatsächlich geschadet worden ist, ist aus dem Artikel nicht zu entnehmen. Zumindest scheint der hohe Honorar-Betrag von 10.719 Euro in gewisser Weise einen wirklich Schaden angerichtet zu haben. Aber nicht nur dieser Einzelfall zeigt das Problem der Geldverschwendung deutlich. In weiteren Stichproben (236 Prüfungen) entdeckte man weitere "Verschwendungslust" der gesetzlichen Krankenkassen. Zuletzt schaltete sich in diese Thematik auch die Kassenlobby GKV-Spitzenverband ein.

Diese Lobbyorganisation vertritt 145 gesetzliche Kranken- und Pflegekassen. Hier redete man die beanstandeten Probleme, von der benannten Geldverschwendung, klein und verwies generell auf den Umstand, dass es sich bei den ermittelten Fällen lediglich um "Einzelfälle", aus der Gesamtmasse aller Fälle heraus, handelt. Trotz dieser Zurückweisung werde man sich die betreffenden Fälle "genau anschauen".

Quelle: Welt - Bild: flickr (symbolisch)

  
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