Finnland: Die Eurokrise erreicht nun auch Finnland, Konjunktur bricht ein


(C) Matti Mattila, 2012, Quelle: flickr (nicht portiert) (CC BY 2.0)

Zwar wird in den Medien meist von den Ländern Griechenland, Italien und Spanien gesprochen, wenn es um den wirtschaftlichen Abschwung innerhalb der Eurozone geht – doch weit gefehlt. Schon lange sind es nicht mehr nur diese Länder, auch Kernländer wie Deutschland und Frankreich sind mittlerweile von einer sich abkühlenden Konjunktur betroffen.

Interessant ist dabei zu beobachten, dass verschiedenste Länder innerhalb Europas sich jeweils für ihr eigenes Land über die Medien gut darstellen. Sowohl in Frankreich, Deutschland, Italien als auch weiteren Ländern ist dies der Fall. Ob es sich hierbei um politische Vorgaben handelt, um so möglichst Panik innerhalb der Bevölkerung und der einheimischen Wirtschaft zu vermeiden, ist bislang unklar.

Mittlerweile zeigt sich auch in den relativ stabilen Wirtschaften, dass die konjunkturelle Entwicklung nicht als einzelner Umstand bewertet werden kann, vielmehr sind die verschiedenen Landeswirtschaften mittlerweile stark voneinander abhängig geworden. Dies zeigt nun auch die aktuelle Veröffentlichung der Wirtschafts- und Konjunkturdaten in Finnland.

Bereits vor geraumer Zeit hatte die finnische Regierung vor einer deutlichen Abkühlung der Wirtschaft im eigenen Land gewarnt. Dieser Umstand ist nunmehr in die Realität eingetreten. Im abgelaufenen zweiten Quartal 2012 sank die Wirtschaftsleistung von Finnland deutlich. Mit dieser nun öffentlichen Bekanntgabe der Daten sind nunmehr alle Länder der Eurozone, von den wirtschaftlichen Folgen der Eurokrise, betroffen.

In Zahlen ausgedrückt ist die finnische Wirtschaft zwischen April und Juni 2012 um 0,3 Prozent eingebrochen. Im Zuge der sich verschlechternden Lage, hat die finnische Regierung die eigene Prognose für die kommenden Jahre nach unten korrigieren müssen. Eines der Länder in der Eurozone, welches ein (noch) positives Wirtschaftswachstum zu verzeichnen hat, ist Deutschland. Durch verschiedene Maßnahmen der Regierung konnte hier kurzzeitig ein Wachstum hervorgebracht werden.

Experten warnen jedoch diese Ergebnisse aus Deutschland überzubewerten. Mit staatlichen Maßnahmen wurde zwar ein positiver Wert in der Wirtschaftsleistung erreicht, doch würde es sich hierbei um keinen permanenten Zustand handeln. Vielmehr würde durch derartige Manöver erreicht, dass in naher Zukunft das Abkühlen der deutschen Wirtschaft sogar verstärkt werden könnte, da die wirtschaftlichen Wachstumsimpulse vorweggenommen worden sind und sich diese nicht aus natürlichen Marktverhältnissen her entwickelt haben.

Quelle: DWN - Bild: flickr (symbolisch für "Finnland")

  
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