EZB: Das Vertrauen in die Staaten ist dahin, nun sollen Unternehmen direkt finanziert werden


(C) chaouki, 2007, Quelle: flickr (CC BY-SA 2.0)

Wie nun aus einer "Notiz" von Goldman Sachs hervorgegangen ist, soll die EZB möglicherweise mit dem Gedanken spielen, keine Rettungsmaßnahmen für Staaten mehr durchzuführen. Aus der GS-Notiz soll speziell hervorstechen, dass die "Anwendung eines neuen Instruments", seitens der EZB, angestrebt werde. Demnach soll die EZB direkt Anleihen von Unternehmen kaufen können.

Was diese Maßnahme, im speziellen Hinblick auf den Bond-Markt, bedeuten würde, wäre zumindest eine "mittlere Katastrophe" vorausgeplant. Derzeit soll die Europäische Zentralbank aber noch mit der Umsetzung derartiger Maßnahmen zuwarten, denn durch die Anwendung dieser, wird seitens der EZB, eine stark anschwellende Inflation befürchtet.

Bereits vor einigen Tagen machte Mario Monti und Mariano Rajoy von sich reden, als diese "neue Instrumente für die EZB" ankündigten. Zuletzt hatten die beiden den Ankauf von Staatsanleihen, durch die Europäische Zentralbank, gefordert und diesen Schritt gleichermaßen verteidigt. Aufgefallen war diese eiserne Verteidigung, seitens Mario Monti, speziell durch den geäußerten Satz “der Euro ist unumkehrbar”.

Was mit diesen "neuen Instrumenten" gemeint sein könnte, fragten sich auch Kreditanalysten von Goldman-Sachs. Diese haben nun ein paar Informationen zu der Sache hervorgebracht. Demnach sollen die Verantwortlichen bei der EZB ein "schlechtes Gefühl" gehabt haben, dass Unmengen an Geldmitteln in die Banken fließt. Mit diesem "billigen Geld", welches die EZB den Banken leiht, sollen die Banken gleichermaßen die Staatsanleihen von angeschlagenen europäischen Staaten aufkaufen.

Durch dieses "Karussellsystem" ist es möglich, dass die Zinssätze für die Bonds künstlich nach unten gedrückt werden. Dass dieses Spielchen nicht auf Dauer gut gehen kann, scheinen nun auch die EZB-Chefs mitbekommen zu haben. Denn mittlerweile halten die Banken Unmengen an Staatsanleihen verschiedenster Krisenstaaten in Europa. Durch diesen Umstand kommt nun eine "Lawine ins Rollen". Auch Analysten der Citigroup gaben vor kurzer Zeit an, dass sie Bedenken gegen die aktuelle Strategie der EZB hegen.

Sollte durch die EZB eine weitere Geldlockerung und eine Flutung mit Geld einsetzen, sehen die Citi-Analysten hier "dunkle Zeiten auf Europa zukommen". Denn nach deren Meinung würden die Banken dann zu dem Schritt übergehen, die bereits gehaltenen Staatsanleihen am sogenannten Sekundärmarkt wieder abzustoßen, damit die Banken ihre eigenen Bilanzen sauber halten und nicht in "bedrohliches Fahrwasser" geraten. Dadurch würden, so Citi, noch größere Probleme entstehen.

Denn wenn die Banken am Sekundärmarkt ihre gehaltenen Staatsanleihen verkaufen, würden die Zinssätze in die Höhe getrieben werden - man kann hier wahrhaftig von einem Teufelskreislauf sprechen. Die nun eingeschlagene Strategie der EZB soll derartige Probleme "lösen". Diese will das Geld nun nicht direkt in den Bankensektor fließen lassen, sondern in "angeschlagene Unternehmen pumpen". Nach den bisherigen Auswertungen der EZB sei von den bisherigen Geldern, die den Banken zugeflossen sind, nichts in der Realwirtschaft angekommen. Ob diese Maßnahme helfen wird, bleibt aus der heutigen Sicht her fraglich.

Quelle: DWN - Bild: flickr

  
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