Spanien: Der Unmut in der Bevölkerung nimmt drastisch zu


(C) bernjan, 2006, Quelle: Wikipedia (CC BY 2.0)

Nach Griechenland nun Spanien? Zumindest was die wirtschaftliche Aussicht für das Land betrifft, könnte man Spanien aktuell durchaus mit Griechenland vergleichen. Doch so ganz einfach ist das natürlich auch wieder nicht, denn die beiden Ländern haben wirtschaftlich als auch kulturell gesehen einige Unterschiede. Doch dass es im Zuge der Eurokrise nun auch in Spanien seit geraumer Zeit "brodelt" wird immer deutlicher.

Nicht zuletzt der angemeldete Finanzierungsbedarf für spanische Banken, von gut 130 Milliarden Euro, hat gezeigt, dass Spanien durchaus in der Krise angekommen ist. Doch Spanien hat derzeit mit noch ganz anderen Dingen als den wirtschaftlichen Problemen zu tun. Das Volk regt sich, und das nicht erst seit dem gestrigen Tage. Besonders die Jugend begehrt dieser Tage in Spanien auf und findet dabei deutliche Worte gegen die Regierenden.

Kein Wunder, denn Spanien hat ein massives Problem mit der Jugendarbeitslosigkeit. Mittlerweile sind in dem Land weit über 50 Prozent der Jugendlichen ohne Lehrstelle oder Arbeitsplatz. Dass durch diese innere Unzufriedenheit der Jugend irgendwann einmal ein explosives Gemisch herauskommen würde, stand eigentlich schon da fest, als der wirtschaftliche Niedergang von den sogenannten "Schwarzmalern" vorausprognostiziert worden ist.

Es wäre schön gewesen, wenn die "Schwarzmaler" Unrecht behalten hätten. Wie man derzeit jedoch sehen kann, haben sie "ins Schwarze getroffen", mit ihrer Prognose. Die spanische Politik versucht sich dieser Tage mit utopischen und sozialistisch angehauchten Wunschvorstellungen zu retten. Doch dass dieser Schritt gelingen wird, ohne Anwendung massiver Gewalt, ist aus heutiger Sicht nicht vorstellbar. Und wer will auch aus der Not heraus in einem sozialistischen Moloch Bürger sein? Mittlerweile herrscht auch unter den Regionen in Spanien keine Geschlossenheit mehr.

So begehrt derzeit Katalonien gegen die herabgewirtschafteten "Restregionen" Spaniens auf. Katalonien selbst hat zwar nur etwa 15 Prozent der spanischen Bevölkerung unter sich, erwirtschaftet gleichermaßen aber ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes von Spanien. Nun spielen die Katalonier mit dem Gedanken, unter der aktuellen Lage ein Schlussstrich zu ziehen. Mittlerweile haben sich die politischen Oberklassen in Spanien auch weit von den Gedanken des eigenen Volkes entfernt.

Dies sieht man besonders an jenem Umstand, als sich zu einer einberufenen Sparsitzung in Madrid, Kataloniens Minister nicht einmal sehen ließ, da er angeblich "etwas anderes zu tun hätte". Seit geraumer Zeit wird in Katalonien nun auch die Diskussion um die Ausrufung des eigenen Staates „Katalonien“ geführt. Derartige Verhandlungen laufen bereits seit etlichen Jahren.

In einer Abstimmung wurden, vor nicht allzu langer Zeit, über 90 Prozent positive Stimmen für ein solches Vorhaben verzeichnet. Offizielle staatliche Quellen relativierten die damalige Abstimmung aber und gaben an, dass gerade nur 35 Prozent der Wahlteilnehmer für diesen Schritt gestimmt hätten. Ob dieser eigene Nationalstaat „Katalonien“, im Zuge der weiteren Sparmaßnahmen in Spanien, doch noch ausgerufen wird, bleibt fraglich.

Quelle: IKN - Bild: Wikipedia (symbolisch)

  
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