Wissenschaft: Neue Hoffnung für vollständig Gelähmte


(C) Petr Novák, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 2.5)

Für Menschen die vollständig gelähmt sind kann das Leben durchaus zu einer Tortur werden. Nicht nur dass man in sämtlichen Bereichen des eigenen Lebens auf die Hilfe Dritter angewiesen ist, auch das eigene Gefühl der absoluten Hilflosigkeit macht viele Vollgelähmte auch psychologische Probleme.

Einen kleinen Lichtblick haben nun Wissenschaftler für diese Gruppen erarbeitet. So soll es mit Hilfe eines recht simplen Tricks möglich sein, dass vollständig gelähmte Personen mithilfe der eigenen Augen schreiben können. Die Augen sind hierbei die einzig Körperfunktion die ein vollständig gelähmter Mensch bewegen kann. Durch einen neuen und recht simpel ausgelegten technischen Ansatz ist es nunmehr möglich, dass diese gelähmten Personen mit ihrer Umwelt kommunizieren können.

Die technische Umsetzung läuft dabei folgendermaßen ab. Eine betroffene Person muss hierbei auf einen Computerbildschirm blicken, auf dem sämtliche Buchstaben des Alphabets und anderen Zeichen dargestellt sind. Anhand einer zeitlichen Berechnung, wie lange ein jeweiliger Buchstabe (auch Zahlen und andere Zeichen) angeschaut wird, kann die Person so nacheinander vollständige Wörter und Sätze digital erstellen.

Die Bestätigung der Buchstabenauswahl ist gleichermaßen mit einer "Blinzelaktion" des Auges verbunden. Blinzelt der Betroffene, nachdem er einen gewissen Moment lang ein passendes Zeichen mit den Augen ausgewählt hat, empfängt der Computer diesen Auswahlbefehl. Eine nun deutlich verbesserte Technologie soll dabei helfen dass der Prozess deutlich schneller vonstattengeht.

Mit dieser neu entwickelten Technik soll es so möglich sein nicht mehr einzelne Buchstaben, wie in dem zuvor beschriebenen Verfahren, auszuwählen, sondern die Buchstaben, Zahlen und Zeichen direkt mit den Augen auf ein digitales Display zu malen. Entsprungen ist diese Forschungsausarbeitung an der französischen Université Pierre et Marie Curie in Paris. Der Hirnforscher Jean Lorenceau beschreibt das genaue Verfahren in einem aktuellen Artikel des Fachmagazins "Current Biology".

Quelle:  Spiegel - Bild: Wikipedia

  
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