Film und Kunst: Armin Mueller-Stahl im Porträt


(C) Mathias Schindler, 2007, Bild: Wikipedia (CC BY-SA 2.5)

Anlässlich des Erscheinens einer neuen Sammel- DVD, des bekannten DEFA -Klassikers “ Fünf Patronenhülsen, wurde Weltstar Armin Müller-Stahl (75) nach seinen Gedanken zum Film, 50 Jahre später, von T. Schuster befragt. Er gab gern bereitwillig seine Gedanken wieder. Seit er in Hollywood arbeitet, hat er sich schon lange keine DEFA-Filme mehr angesehen.

Gern denkt er aber an die Zeit als Schauspieler bei der DEFA zurück und schätzt seine Arbeit in den alten Filmproduktionen durchaus positiv ein. So könnte der DEFA-Klassiker “Fünf Patronenhülsen” heute ein internationaler Kultfilm sein, wenn er in Amerika und mit amerikanischen Stars gedreht worden wäre.

Leider gingen DEFA-Filme nur selten über die DDR-Grenze hinaus und dieser Film, von Regisseur Frank Beyer, hat auch ein Stück Hoffnung transportiert. Kontakte zu damaligen Kollegen, die im Film mitspielten, hat er nicht mehr. Zum Beispiel Ulrich Thein lebt nicht mehr und der hatte eine beeindruckende Art zu spielen. In einer Szene hat er extra vorher tagelang nicht getrunken, damit die Lippen aufplatzten und die Augen ohne Glanz waren.

Bestimmte Themen zur damaligen Zeit waren politisch belastet, dies war aber auch verständlich, so kurz nach dem Krieg. Letztendlich entsprach dies auch manchmal seiner Überzeugung für eine gerechtere Welt ohne Kriege. Durch einige Ereignisse in dieser Zeit, wie am 17.06.1953, der Mauerbau 1961 und der Einmarsch während des Prager Frühlings, wurde es für ihn, durch die Politisierung des Filmschaffens es immer unerträglicher.

Das führte dazu, das er es ablehnte in der “ Kundschafter- Serie “,”Das unsichtbare Visier” mitzuspielen. Als Schauspieler hat ihn der überwiegende ideologische Hintergrund der meisten Filme nicht interessiert, ihm ging es darum seine Rollen gut zu spielen. Aber er fing an das System zu hassen und wollte eigentlich nur weg. Gelegenheiten hätten sich durch seine Auslandsauftritte natürlich ergeben. Andererseits war er so im Theater eingebunden und es gab auch die Möglichkeit sich die Probleme, durch Konzentration auf die Rolle, wegzuspielen.1976 kam dann die Biermannresolution, ab da war sein Lebensinhalt in der DDR vorbei.

Drei Jahre wurden ihm keine Auftritte mehr angeboten und das kam einem Berufsverbot gleich. Er versuchte diese Zeit mit Schreiben zu verarbeiten und so entstand sein erstes Buch “Verordneter Sonntag ”. Das Publikum in der DDR hat er dann ungern verlassen, den Mief der DDR aber und die Funktionäre gern. Die Verarbeitung der DDR- Vergangenheit muss jeder mit sich selbst ausmachen und man sollte die Mitläufer, die keinem ernsthaft geschadet haben nach 15 Jahren aus dem “Käfig” lassen.

Keiner aus dem Westen, der diese Zeit nicht selbst im Osten erlebt hat, kann heute mit Sicherheit sagen, wie er sich in der Situation verhalten hätte. Er selbst wurde auch von mehreren Leuten aus seiner Umgebung bespitzelt und es gab komischerweise ganz widersprüchliche Einschätzungen. So war er auch überrascht bei seiner Akteneinsicht über Namen von Personen die ihn täuschten und ihm eigentlich heute wie damals sympathisch waren. Von sich aus wird er den Kontakt nicht suchen. Aber reden würde er gern mit ihnen.

Bild-Quelle: Wikipedia

  
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