Bauern und Landwirtschaft im Sozialismus


(C) Weiss, Bundesarchiv, Bild 183-41037-0003 / CC-BY-SA

In den sozialistisch geformten Systemen, ist die Anerkennung an die Klasse der Bauern eine strikt andere, als wir dies aus der Sicht unseres kapitalistischen Systems her kennen. Im damaligen Ostblock und in der DDR war diese Form der genossenschaftlichen Zusammenschlüsse relativ stark vertreten und von staatlicher Seite aus gefördert.

Bauern (auch als Landwirte bezeichnet) sind landwirtschaftliche Produzenten, die in den verschiedenen Gesellschaftsformationen eine meist unterschiedliche Stellung einnehmen. Im Feudalismus (sog. Lehnswesen) waren die Bauern eine der gefestigten Grundklassen in einer Gesellschaft.

Im Zuge der kapitalistisch ausgeprägten Produktionsweise zerfiel diese einheitliche Grundklasse. In sog. Kapitalistischen Systemen gibt es in einem Dorf Angehörige der Klasse der Kapitalisten (Großbauern) und der Arbeiterklasse (Landarbeiter). Zwischen ihnen steht die aus Klein- und Mittelbauern bestehende Klasse der werktätigen Bauern. Deren Grundinteressen als Werktätige stimmen mit denen der Arbeiterklasse meist überein.

In der Regel produzieren die Bauern zwar mit privaten Produktionsmitteln, aber werden durch das herrschende Kapital ausgebeutet. Im staatsmonopolistischen Kapitalismus führt diese Ausbeutung zunehmend zur Verelendung der Bauern. Deshalb besteht die Aufgabe der Arbeiterklasse darin, das Bündnis mit den werktätigen Bauern zum Sturz des Kapitalismus herzustellen (ohne dass diese per Geldmittel zu kaufen sind - also aus freien Stücken zu diesem Entschluss stehen).

In der ehemaligen DDR (Deutsche Demokratische Republik) wurde unter Führung der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) das Bündnis der Arbeiterklasse mit den werktätigen Bauern verwirklicht. Mit der demokratischen Bodenreform und dem Aufbau des Sozialismus auf dem Lande wurde einst die Bauernbefreiung durchgeführt. Die werktätigen Bauern wurden dadurch zu einer etablierten Grundklasse der herrschenden Ordnung.

Durch den Zusammenschluss von werktätigen Bauern, Landarbeitern und Großbauern in landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften entwickelten sich alle drei Gruppen zu sozialistischen Großproduzenten. Es entstand die Klassenform der Genossenschaftsbauern (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft). Diese Klasse ist nicht mehr ausgebeutet und unterdrückt, sondern als Bundesgenosse der Arbeiterklasse an der Machtausübung beteiligt. Sie hat sich durch den Zusammenschluss zur genossenschaftlichen Arbeit von jeder Form der Ausbeutung befreit.

Quellen: - Bild: Wikipedia

Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft
Der Landwirt
Landwirtschaft in der DDR
Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe

  
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