Jobverlust: In Deutschland gehen immer mehr Arbeitsplätze verloren


(C) Nicohofmann, 2009, Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Das Wort Krise ist bei vielen Menschen bereits real im Leben angekommen. In Deutschland, welches im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, noch relativ gut dasteht, macht sich langsam aber sicher auch die Krise bemerkbar. Besonders der Jobabbau ist es, der viele Experten mit der Stirn runzeln lässt.

Der deutsche Energiekonzern RWE beispielsweise will mindestens 10.000 Arbeitsstellen einsparen. Dies gab der neue Chef Peter Terium bekannt. Mit diesem Vorhaben brachte er gleichermaßen weite Teile der Belegschaft gegen sich auf. Noch Ende des Jahres 2011 hatte RWE als Konzern etwa 72.000 Mitarbeiter.

Auch bei anderen Energiekonzernen sieht es, durch die Energiewende bedingt, alles andere als rosig aus, so auch bei Eon. Mittlerweile zählt Eon zum größten Energieunternehmen in Deutschland und hat in etwa 80.000 Mitarbeiter. Nun sollen 11.000 dieser Arbeitsplätze, im Zuge eines Sparprogramms, wegfallen. Alleine 6.000 Arbeitsstellen sind davon in Deutschland direkt betroffen.

Auch bei den Banken herrscht derzeit so etwas wie "Katerstimmung", die Party scheint erst mal vorbei zu sein. Äußern tut sich dies bei der Deutschen Bank mit Entlassungen. Alleine im Bereich Investmentbanking sollen 1500 Stellen wegfallen. Diese Stellen fallen vorranging im Ausland weg, da der Bereich Investmentbanking in Deutschland recht klein ist.

Neben dem Platzhirsch Deutsche Bank sind aber auch andere Kreditinstitute betroffen. Speziell die Commerzbank. Im Rahmen eines geplanten Konzernumbaus, sollen auch hier Arbeitsstellen wegfallen. Eine offizielle Stellungnahme der Bank gibt es bislang aber noch nicht. Sicher ist jedoch, dass etwa 1300 Mitarbeiter in den Bereichen der Schiffsfinanzierung und der gewerblichen Immobilienfinanzierung gehen müssen, da diese Teilbereiche von der Commerzbank aufgegeben werden.

Gleichermaßen wie die Banken, sind auch die Versicherungskonzerne derzeit auf Einsparungen fixiert. Der AXA-Konzern beispielsweise will etwa 1600 Vollzeitstellen abbauen. Ob diese Zahl nicht noch größer wird bleibt fraglich, denn im Zuge der niedrigen Zinsen, welche die AXA am Markt erwirtschaften kann, könnten durchaus weitere Stellen abgebaut werden.

Die Autobauer sehen sich nun auch vor einem gesättigten Markt, neben den Impulsen der grassierenden Eurokrise. Besonders zu spüren bekam dies in der Vergangenheit der US-Konzern GM. Die Tochter OPEL musste unter Missmanagement und äußere Rahmenbedingungen leiden. Im Jahr 2010 kündigte GM den Abbau von 8000 Arbeitsstellen in Europa an. Alleine im Werk Bochum sollen 1800 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Im Einzelhandel sieht es derzeit noch ein wenig besser in Deutschland aus. Auch wenn mit den jüngsten Fällen um Neckermann und Schlecker auch hier die Krise Einzug gehalten hat. Karstadt will etwa 2000 Arbeitsplätze abbauen, nach eigenen Angaben möglichst sozialverträglich.

Der nun Insolvenzantrag gestellte Versandhändler Neckermann will 1380 Jobs streichen. Dies war vor dem Insolvenzantrag. Die Situation hat sich mit der offiziellen Einreichung nun geändert, indem nun alle 2400 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Weitere Details zu dem Vorgehen sind bislang aber noch nicht bekannt.

Bei der Deutschen Telekom sieht es ebenfalls düster aus. Rene Obermann, als Telekomchef, kündigte den Wegfall von etwa 1300 Jobs an. Hierbei sollen alle Stellen in der Konzernzentrale in Bonn wegfallen. Alleine bis Ende 2012 sollen 800 Arbeitsplätze gestrichen werden, der Rest, nach aktuellen Informationen, bis 2015.

Quelle: Handelsblatt - Bild: Wikipedia (symbolisch)

  
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